Riffbarsche aus Akaba

 

Die tagaktiven Riffbarsche, Pomacentridae, bilden eine große Fischfamilie mit derzeit 300 Arten aus 28 Gattungen. Es handelt sich meist um kleine, oft sehr farbenfrohe Fische, die vorzugsweise in seichten Gewässern in Korallenriffen oder auf felsigem Untergrund leben.

Pomacentridae haben hohe, flache Körper, kleine Mäuler mit konischen Zähnen, allerdings keine am Munddach. Auf jeder Seite der Schnauze gibt es, wie bei den Cichliden, nur ein Nasenloch, oder das hinterste Nasenloch ist sehr klein. Die ungeteilte Rückenflosse hat 8-15 Hart- und 10-21 Weichstrahlen; die Basis des Hartstrahlteils ist länger als die der weichen Teile. Die Afterflosse hat 2 Hart- und 10-16 Weichstrahlen. Die Schwanzflosse ist von leicht konkaver bis gegabelter oder auch sichelförmiger Form. Die Schuppen sind relativ groß und kammschuppig. Der Kopf ist groß proportioniert. Die Seitenlinie ist unterbrochen, der vordere Teil endet in der Mitte der Rückenflosse. Die meisten Pomacentridae leben territorial und sind sehr angriffslustig. Ihre Gelege mit den elliptischen Eiern werden auf einen festen Untergrund abgelegt und dann vom Männchen aggressiv verteidigt, das sich im Kampf, selbst gegen körperlich weit überlegene Gelegeräuber, förmlich „zerreißt“. Die Arten, wie Dascyllus, Chromis, Neopomacentrus, Pristotis und Teixeirichthys, sind hauptsächlich Zooplanktonfresser und leben in größeren Gruppen. Die Spezies anderer Gattungen im Roten Meer, z.B. Abudefduf, sind Allesfresser. Amphiprion neigt wiederum mehr zur tierischen Nahrung denn zu Algen, andere wie z. B. Chrysiptera annulata sind reine Pflanzenfresser.
 

Die Riffbarsche des Roten Meeres

 
Im Roten Meer konnten bis jetzt 35 Arten davon 10 endemisch registriert werden, von denen hier aber nur eine kleine Auswahl behandelt wird. 
Der Scherenschwanz-Sergeant, Abudefduf sexfasciatus (Lacépéde, 1801): Der Gattungsname stammt von einheimischer Bezeichnung, der Artname bedeutet sechsstreifig. Das Tier wird 19,5 cm lang und zählt somit zu einem der größten seiner Gattung. Der gedrungene und seitlich zusammengedrückte Körper ist relativ hochrückig mit 20-22 Kammschuppen in der mittleren Längsreihe. Die Grundfärbung ist ein Silbrigweiß bis Silbergrau oder -grün. Fünf längliche, schwarze Querstreifen durchziehen die Körperseiten von der Bauchkante bis hinein in die blaugrüne Dorsale. Der obere und untere Bereich der Caudale wird ebenfalls von einer schwarzen Längsbinde durchzogen. Auf diese Zeichnung bezieht sich auch der deutsche Trivialname Scherenschwanz. Während die Querstreifen dorsal sehr breit sind, sie sind ebenso breit oder sogar noch breiter als die hellen Zwischenräume, werden sie ventral schmäler. Der erste der fünf Streifen verläuft vom Nacken bis zum Brustflossenansatz, der fünfte entlang der Schwanzwurzel. Die Stirnpartie ist dunkel gefärbt und vom Nasenbereich zieht sich ein dunkler Balken bis zum Auge.
Das Verbreitungsgebiet dieses lebhaften Fisches reicht vom Roten Meer über den westlichen Indopazifik bis zu den Malediven. Dort lebt er oft in mehr oder weniger großen, lockeren Schwärmen in korallenreichen Zonen des oberen Riffbereiches oder im Freiwasser in dessen Nähe und bevorzugt Tiefen von 1-15 Metern. Im natürlichen Habitat ernährt sich Abudefduf sexfasciatus sowohl von Algen als auch von Zooplankton. Im Aquarium kann man diese Art in einem kleinen Schwarm von mindestens 10 Tieren pflegen und mit nicht zu kleinen Fischen vergesellschaften. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Größe der Fische nicht mehr als zwei bis fünf Zentimeter beträgt und vor allem, dass sie gleich groß sind, da schwächere Tiere unbarmherzig zu Tode gejagt werden, wie der Autor selbst leidvoll bei der Pflege von Abudefduf saxatillis erfahren hat (Esterbauer 1988). 

Der Indopazifische Sergeant, Abudefduf vaigiensis (Quoy & Gaimard, 1825), wird 17 cm groß. Sein Körper ist vergleichsweise hochrückig und gedrungen, die Schwanzflosse schwalbenschwanzförmig gegabelt. Die silbrigweiße bis silbrigblau oder -grüne Grundfärbung des Körpers wird an den Seiten durch fünf vertikale, schwarze Streifen durchzogen, die sich vom Rücken herabziehen, aber die Bauchlinie nicht erreichen. Im Gegensatz zu der vorherigen Art sind diese Streifen schmäler als die hellen Zwischenräume. Der erste verläuft vom Nacken bis zum Brustflossenansatz, der fünfte entlang dem Schwanzstiel. Auffallend sind die vier goldgelben Zwischenräume innerhalb der Längsstreifen im Bereich des Rückens, die nach der Körperunterseite hin heller werden. Der Bauch ist weiß bis leicht bläulich, der Kopf meist dunkler als der übrige Körper. Diese Zeichnung verleiht dem Fisch in seiner natürlichen Umgebung eine perfekte Tarnung. Der Lebensraum von Abudefduf vaigiensis erstreckt sich vom Roten Meer über den westlichen Indopazifik einschließlich der Malediven, wo er sich hauptsächlich im Flachwasser bis Tiefen von etwa 12 Metern aufhält. Besonders zahlreich ist Abudefduf vaigiensis im Arabischen Meer vertreten. Die natürlichen Biotope dieses tagaktiven Fisches sind felsige Lagunen und Korallenaußenriffe, wo er in der Regel paarweise anzutreffen ist. Gattungstypisch besteht auch die Nahrung von Abudefduf vaigiensis aus Zooplankton und Algen. Wie Abudefduf sexfasciatus können auch junge Abudefduf vaigiensis in einem kleinen Schwarm gut gehalten werden, wenn sie gemeinsam eingesetzt werden, da sie sehr widerstandsfähig und hart sind. Mit dem Heranwachsen werden die Fische mitunter aber oft sehr bissig und entwickeln sich zu argen Tyrannen, die nicht nur die Artgenossen sondern auch artfremde Mitbewohner arg in Bedrängnis bringen können. 

Der Lebensraum vom Grünen Schwalbenschwanz, Chromis viridis (Cuvier, 1830), erstreckt sich über weite Teile des tropischen Indo-Pazifiks einschließlich des Roten Meeres und der Malediven. Chromis viridis (der Gattungsname kommt von chroma = Farbe, der Artname nimmt auf die grüne Färbung Bezug) wird 9,5 cm lang. Der Körper ist längsoval, der Kopf spitz, die Seitenlinie rückenwärts gebogen. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt und hat dem Fischlein seinen deutschen Trivialnamen gebracht. Das kleine Maul mit den kegelförmigen Zähnen ist oberständig und der Rand des Kiemenvordeckels ohne Zähnelung. Die Farbbasis der Jungtiere ist blau, zum Bauch hin etwas heller. Adulte Tiere sind grünlich, mit einer silbrigen Aufhellung zum Bauch hin. Der blaugrüne Praeorbitalstreifen ist deutlich ausgeprägt. Die Basis der Brustflossen ist vielfach dunkler. Während der Balz wird das Männchen merklich dunkler. Die an bestimmte Territorien gebundenen und oft in großen Schwärmen lebenden Chromis viridis ziehen aus ihrer Ortskenntnis viele Vorteile. Tagsüber stehen sie zooplanktonfangend am und über dem Riff und verschwinden bei Bedrohung blitzschnell in bestimmte, jedem einzelnen Schwarmmitglied gut bekannte Verstecke in Felsspalten oder in die Geäste von Korallen, vorzugsweise in die der Gattung Acropora. Chromis viridis bereitet bei der Aquarienhaltung keine besonderen Probleme, wenn das Becken großvolumig ist und reichlich Versteckmöglichkeiten in verzweigten Korallenästen und gelöchertem Gestein bestehen. Sie können, ja sollen, in einem kleinen Schwarm von mehreren Tieren gepflegt werden, da ansonsten ihr arttypisches Verhalten nicht ausgelebt werden kann. 

Der Dreifleck-Preußenfisch, Dascyllus trimaculatus (Rüppell, 1829) wird bis 14 cm lang. Der Gattungsname setzt sich zusammen aus das=Kampfeshitze, Kampf und skyllo=sich zerreißen, sich plagen; der Artname bedeutet dreifleckig. Er ist somit einer der größten Vertreter seiner Gattung. Der Körper ist vergleichsweise hochrückig und gedrungen. Die Farbbasis der Jungtiere, einschließlich der Flossen, ist ein Tiefschwarz. Bei älteren Tieren geht die Färbung außerhalb der Laichzeit in Dunkelbraun über. Aus dieser Grundfärbung heben sich drei milchigweiße Flecken von unbestimmter Form und Größe scharf ab, einer mitten auf der Stirne, die anderen, gewöhnlich größere, beiderseits auf der Seitenlinie, unter der Mitte der Rückenflossenbasis. Diese Flecken können bei älteren Tieren verblassen oder, wie der Stirnfleck, gänzlich verschwinden. Das kleine Maul mit den kegelförmigen Zähnen ist endständig und der Kiemendeckelrand gezähnt. Fressende oder flüchtende Dascyllus trimaculatus haben dunkle bis hellgraue Augen ohne Augenbalken. Bei Erregung werden die Augen hell, und ein Augenbalken bildet sich aus. Bei steigender Aggressivität können sich die Augen sogar schwarz verfärben. Der Augenbalken dient vermutlich der Tarnung, seine genaue Funktion ist aber nach wie vor weitgehend unerforscht. Das Verbreitungsgebiet dieses paarweise lebenden Dascyllus trimaculatus reicht über den westlichen Indopazifik einschließlich der Malediven und des Roten Meeres. Sie bevorzugen verschiedene Riffbereiche oder isolierte, große Felsen in Tiefen von etwa 2 bis 60 Metern. Jungtiere leben ähnlich wie die Amphiprion-Arten in Symbiose mit Anemonen. Mit fortschreitendem Alter werden die Zeiten, die der Dreifleck-Riffbarsch im Schutze der Anemone verbringt, immer kürzer. Adulte Tiere können keinen Nesselschutz mehr aufbauen. Dascyllus trimaculatus ist wohl auf dem besten Weg, ein Konvergenz-Anemonenfisch zu werden. Dascyllus trimaculatus sind Zooplanktonfresser. Im Aquarium nehmen sie anfangs freischwebendes Lebendfutter. Nach der Eingewöhnungsphase gehen sie auch an Ersatzfutter wie Rinderherz, Fisch- und Muschelfleisch. Nur sollte das Futter relativ klein verabreicht werden. Dascyllus trimaculatus ist in der Aquarienhaltung problematisch, da die innerartliche Aggression sehr stark ausgeprägt ist. Pflegt man jedoch ein Paar in einem reich strukturierten Riffaquarium, so laichen die Tiere auch unter Aquarienbedingungen regelmäßig ab. 

Der Arabische Preußenfisch, Dascyllus marginatus (Rüppell, 1829) der Artname bedeutet gerandet, gesäumt wird 6 cm lang. Der Körper ist hoch und seitlich zusammengedrückt. Die Farbbasis von Kopf und Brust bei beiden Geschlechtern ist braun bis grau, der Hinterkörper cremefarben mit lichtblau umrandeten Schuppen. Den oberen hartstrahligen Teil der Rückenflosse ziert ein schwarzes Band, das sich nach rückwärts hin verjüngt. Der vordere Rand der Afterflosse sowie der größte Teil der Bauchflossen ist ebenfalls schwarz. Die Schwanzflosse hat eine lichtgraue Färbung, die Membrane zwischen den Strahlen und die oberen Flossenränder sind blau. Die Basis der Brustflossen ist mit einem schwarzen Fleck gekennzeichnet. Dascyllus marginatus bevölkert einzeln oder in Paaren Sandflächen oder Korallenstöcke in den Riffen des Roten Meeres und des Golfs von Oman, bis in Tiefen von ca. 1 bis 15 Metern. Bei Angriff und Verteidigung äußert sich Dascyllus marginatus mit ziemlich starken knackenden, schnalzenden Lauten. Sie laichen auf Korallenästen oder Steinflächen ab. Die paarweise Haltung von Dascyllus marginatus ist mehr oder weniger problemlos. 

Der Dreibinden-Preußenfisch, Dascyllus aruanus (Linnaeus, 1758), bewohnt in Gruppen von etwa 30 Individuen weite Teile des westlichen Indo-Pazifiks einschließlich der Malediven sowie das Rote Meer. Dort halten sie sich mit Vorliebe in astförmig verzweigten Acropora-Korallenstöcken, in Lagunen sowie isolierten, küstennahen Riffdächern in Tiefen von 1 bis etwa 15 Metern auf. Die Nächte verbringen diese Fische im Schutze von Korallenästen, wohin sie sich auch bei Gefahr flüchten. Ihr hochrückiger und gedrungener Körper hat eine perlmutterartig irisierende Grundfärbung mit drei breiten, schwarzblauen Querbändern, wobei das erste diagonal vom Beginn des stacheligen Teiles der Rückenflosse über den ganzen Kopf durch das Auge bis zum Kinn verläuft. Im Stirnbereich befindet sich ein rundlicher weißer Fleck. Die zweite, unregelmäßig breite Binde erstreckt sich vom sechsten bis neunten Stachel der Rückenflosse bis zu den ebenfalls schwarz gefärbten Brustflossen, die dritte verläuft vom weichen Teil der schwarz gefärbten Rückenflosse bis zur schwarzen Afterflosse. Der Schwanzstiel ist weiß, die Schwanzflosse weißlich transparent. Der Artname bedeutet "von Arua stammend". Dascyllus aruanus ernährt sich im natürlichen Lebensraum sowohl von Algen als auch von Zooplankton und benthisch lebenden Wirbellosen. Es ist ratsam, mehrere Dascyllus aruanus zu pflegen, denn sie leben, wie bereits erwähnt, auch im natürlichen Habitat gesellig. Die Aquarienhaltung bereitet keine besonderen Probleme, wenn das Becken großvolumig ist und reichlich Versteckmöglichkeiten bietet. Die innerartliche Aggression ist aber sehr ausgeprägt.

Fortpflanzung

 Über das Fortpflanzungsverhalten der Pomacentridae sind noch lange nicht alle Geheimnisse gelüftet. Nach ihrem Erscheinungsbild lässt sich bei den meisten Arten das Geschlecht nicht zuordnen. Lediglich bei der Gattung Chromis ist der Größenunterschied zwischen den Geschlechtern deutlicher ausgeprägt. In der Regel ist nämlich das größere und kräftigere Exemplar das Männchen. Nach Frische (1992) gibt es eine Möglichkeit, die Geschlechter zu unterscheiden: mit Hilfe eines Mikroskops kann man deren Geschlechtspapillen untersuchen. Die weiblichen Tiere haben eine tassenförmige Geschlechtsöffnung, während die der Männchen spitz verläuft. Diese Untersuchungsmethode ist aber kaum für Hobbyaquarianer geeignet. Zur Laichzeit sucht das Männchen einen Laichplatz auf festem Untergrund aus, den er dann mit dem Maul intensiv von Algen und anderem Aufwuchs säubert und störende Korallenstücke oder Steine wegträgt. Schon während des Putzvorganges versucht es, durch heftige zitternde Bewegungen und kurzes Aufwärts- und rasches Abwärtsschwimmen (Signalsprung) zum Laichplatz, vorbeischwimmende Weibchen anzulocken. Während der Balz dunkeln die meisten Männchen merklich ab und verursachen artspezifische laut hörbare Klick- und Grunzlaute. Haben die Balztänze endlich ein laichbereites Weibchen stimuliert, bildet sie die Legeröhre aus und folgt ihm zum vorbereiteten Laichplatz, wo sie alsbald die Führung übernimmt und die Eier ausstößt, die vom Männchen, bei dem unmittelbar vor der Afterflosse die braune Genitalpapille heraustritt, unverzüglich befruchtet werden. Das Ablaichen erfolgt in der Regel am frühen Morgen und dauert ungefähr zwei Stunden. Während das Weibchen nach dem Ablaichen vom Männchen vertrieben wird, bewacht er das Gelege und selbst körperlich weit überlegene Gelegefresser werden heftig attackiert. Die Zeitigungsdauer der auf kleinen Stielchen sitzenden Eier beträgt bei den größeren Arten etwa eine Woche, bei den kleineren Dascyllus und Chromis ca. drei Tage. Während dieser Zeit wird vom Männchen ständig frisches Wasser zugefächelt. Nach dem Schlüpfen führen die ca. 2 bis 4 mm langen Jungfische eine Zeitlang ein planktisches Leben im Freiwasser, bis sie zu einem geeigneten Lebensraum gespült werden. Leider ist die Aufzucht der Riffbarsch-Larven im Aquarium bis jetzt noch nicht geglückt, obwohl sie regelmäßig ablaichen. Der erfolgreiche Meerwasseraquarianer kann dabei in regelmäßigem Zyklus das Häufigwerden des Signalsprungs, das Ablaichen, die Laichpflege und das Schlüpfen der Brut sehr schön beobachten.

Aquarienhaltung

 Grundvoraussetzungen für die optimale Aquarienhaltung sind die richtige Fütterung und Ernährung. Riffbarsche sind gierige Fresser und benötigen neben allerlei tierischem Futter wie Muschelfleisch, Mückenlarven, Garnelen und anderen Kleinkrebsen usw. auch pflanzliche Kost in Form von Algen und Spinat. In jedem Fall müssen wir ihnen eine möglichst abwechslungsreiche und vielseitige Futterpalette anbieten, um einer allzu einseitigen und damit mangelhaften Ernährung vorzubeugen. Eine gelegentliche Vitaminzugabe stärkt die Widerstandskraft der Fische gegen Krankheiten. Aber nicht nur auf die Futterauswahl, sondern auch auf die Form der Verabreichung und der Dosierung kommt es bei der richtigen Fütterung an, da die Fische Unmengen in sich hineinstopfen können. Bei übermäßiger Fütterung würden sie alsbald an Verfettung von Leber und Nieren sterben. An die Wasserqualität stellen die Riffbarsche keine besonderen Ansprüche. Die Wassertemperatur sollte, gemäß der Heimat dieser tropischen Fische, am besten zwischen 24 und 26 °C liegen. Dabei ist zu bedenken, dass die Winterwassertemperaturen im Golf von Akaba bis auf 20 °C fallen können. Als Dichte empfiehlt sich 1,022 - 1,023 g/ml bei einem pH-Wert von 8,3 - 8,4. Bei einem regelmäßigen monatlichen Wasserwechsel, wobei je nach Besatz zwischen 10 - 15% des Wasservolumens gewechselt wird, begegnet man auch wirksam der Spurenelementenauszehrung durch den Eiweißabschäumer. Zum Imitieren der Gezeiten können an den Stirnseiten des Aquariums sich gegenüberliegende Strömungspumpen angebracht werden. Diese Pumpen werden mit Hilfe von Schaltuhren in sechsstündigen Intervallen wechselseitig gesteuert und sorgen für eine starke Wasserbewegung. Auf Grund des Verhaltens und der Größe von Abudefduf sexfasciatus und Abudefduf vaigiensis sollte der Wasserinhalt des Meerwasseraquariums mindestens 300 Liter betragen. Bei den kleineren Dascyllus- und Chromis-Arten reichen schon 150 bis 200 Liter. Die Inneneinrichtung darf nicht nur dem Betrachter gefallen, sondern bietet vor allem eine wichtige biologische Voraussetzung für ein optimales Aquarienmilieu. Die territorialen und sozial lebenden Pomacentridae-Arten brauchen unbedingt ausreichend Versteckmöglichkeiten. Einbauen kann man diese in die Rückwand, die mit Hilfe so genannter lebender Steine aus dem Meer und aus totem Tuffstein errichtet werden kann. Jeder Riffbarsch nimmt einen bestimmten Platz als seinen Besitz an und verteidigt ihn mit Vehemenz. Wenn keine ausgesprochenen Bodentiere gepflegt werden, sollte der Bodengrund möglichst dünn gehalten werden. Als Substrat hat sich ein Gemisch aus Korallensand und fein zerriebenen Muschelschalen mit einer Korngröße von 2 bis 3 mm bewährt. Für die Bepflanzung eignen sich vor allem verschiedene Kriechspross- oder Blattpflanzenalgen aus der Gattung Caulerpa. 
Die Riffbarsche sind in der Regel gegenüber anderen Beckenbewohnern mit Ausnahme von Wirbellosen und Artfremden, die ihnen in Form und Zeichnung ähneln, recht friedlich. In zu kleinen Aquarien sind sie aber untereinander recht unverträglich, da die Individualdistanz nicht eingehalten werden kann. Beim Einkauf ist darauf zu achten, dass die Tiere gut genährt sind und keinerlei Verletzungen aufweisen, denn selbst eine geringfügige Beschädigung des Schuppenkleides kann Entzündungen hervorrufen und diese führen in Gefangenschaft meistens recht schnell zum Tod des Fisches. Das Aquarium muss stark beleuchtet werden, damit sich Algen und Pflanzen gut entwickeln können. Eine gute Filterung und ein Eiweißabschäumer sind für die Gesundheit der Fische unerlässlich. Zusammenfassend können Riffbarsche selbst ernsthaften Meerwasser-Anfängern empfohlen werden, wenn das Aquarium die notwendige Größe aufweist, um bei sozialen Arten einen Schwarm von mindestens 10 Exemplaren pflegen zu können. Wichtig ist auch, wie schon darauf hingewiesen, dass bei der Zusammenstellung eines derartigen Schwarms, wobei es unerheblich ist, um welche Art es sich handelt, darauf geachtet wird, dass die Tiere gleich groß sind und auch gemeinsam in das Aquarium eingesetzt werden. Später hinzugesetzte Tiere werden in der Regel solange attackiert, bis sie an Entkräftung sterben. 

Hanst Esterbauer, 22.04.2006