Das Zimmeraquarium

 

Nun erhielten wir im Dezember des Letzten Jahres von einem Meeresbiologen der Universität von New York die Mitteilung, da man zur Zeit bestrebt ist, den tatsächlichen Verbrauch von Spurenelementen in Aquarien wissenschaftlich zu untersuchen.

Bei diesen Untersuchungen hat man die erstaunliche Feststellung gemacht, da der Verbrauch von Jod, einem Halogen, im Aquarium auerordentlich hoch ist. Dies führen die Wissenschaftler unter anderem darauf zurück, da sich verschiedene Organismen des Jodes als Ersatzstoff für andere im Aquarium kaum vorhandenen Stoffe wie z.B. Bor bedienen. 

Da Jod, wie wir bereits wissen photoaktiv ist, und unter starker Lichteinwirkung sehr rasch ausfält, kann dadurch ebenfalls ein Defizit entstehen. 

Diese Tests haben wir nun in unseren Aquaien mit hochwertigen, quantitativen Jodtests nachvollzogen. Dabei wurde Jod bis bis zum Gehalt von 0,06 mg/l aufgefüllt. Dies entspricht der Jodkonzentration im natürlichen Meerwasser. 

Nach 4 Stunden konnten noch 0,04 mg/l nachgewiesen werden, nach 48 Stunden nur noch 0,0 mg/l und bereits nach 7 Stunden war Jod praktisch nicht mehr nachweisbar. 

Was bedeutet das in der Praxis? 

Bei Jodmangel bilden sich nach einiger Zeit die Kalkalgen zurück, es kommt zu Ausbleichungen am Gewebe von Steinkorallen und Weichkorallen öffnen sich nicht mehr vollständig. Um dies zu vermeiden sollte Jod am besten täglich, spätestens jedoch alle 4 Tage nachgefüllt werden. 

Die häufig angewandte Methode mit Kaliumjodid dient lediglich als Lösungsvermittler und ist in guten Jodpräparaten zusätzlich zum Jod enthalten. Ein hochwertiges Jodpräparat erkenne Sie am intensiven Jodgeruch. 

Wir hoffen Ihnen hiermit interessante und nützliche Informationen gegeben zu haben. 

Walter Bach, 27.04.2002